Mehr Platz für einen einzelnen Textwert
Amazon Redshift unterstützt nach der Ankündigung vom 6. November einzelne Zeichenketten mit bis zu 16.000.000 Bytes im Datentyp SUPER. Zuvor lag die Grenze für einen solchen Wert bei 65.535 Bytes. Gemeint sind Bytes, nicht eine garantierte Zahl von Buchstaben.
Das hilft etwa beim Einlesen langer Dokumente oder umfangreicher Textfelder, die sonst vor dem Laden aufgeteilt werden mussten. AWS nennt JSON-, Parquet-, Text- und CSV-Quelldateien sowie ELT-Verarbeitung. Mit PartiQL lassen sich die Daten abfragen; auch Funktionen wie JSON_PARSE, CONCAT und LISTAGG können die größeren Ein- und Ausgaben verarbeiten.
Die Einstellung muss bewusst aktiviert werden
Dafür muss der Datenbankparameter enable_large_strings_opt_in auf Yes gesetzt werden. Bleibt er ungesetzt, behält Redshift das bisherige Verhalten bei. Der begleitende AWS-Leitfaden setzt Patch 206 oder neuer voraus.
Bei einem bereitgestellten Cluster erfolgt die Konfiguration über die Parametergruppe; ein Neustart ist zum Anwenden erforderlich. Bei Redshift Serverless wird die Einstellung stattdessen in der Workgroup vorgenommen. Die aktuelle Aktivierung lässt sich laut Dokumentation mit is_large_string_enabled() prüfen.
Welche Grenzen trotzdem bleiben
Die Änderung macht eine normale VARCHAR-Tabellenspalte nicht automatisch größer. Laut Dokumentation erzeugt CREATE TABLE mit VARCHAR(MAX) weiterhin eine Spalte mit 65.535 Bytes. Die größere Grenze betrifft SUPER-Werte und die beschriebenen Verarbeitungskontexte.
AWS empfiehlt außerdem, bestehende Views, UDFs und Stored Procedures nach der Aktivierung neu anzulegen, damit sie die größere Grenze verwenden können. Teams sollten deshalb ihre Ladevorgänge und abhängigen Abfragen anhand der verlinkten Anleitung prüfen.
Die Erweiterung ist in allen AWS-Regionen einschließlich GovCloud US verfügbar, in denen Redshift angeboten wird. Die Mitteilung nennt keinen neuen Preis.



